• Borgcubus Gregor

    Du bist ein Meister der Fotografie ! Sehr schöne Bilder ! Hier ist heute Wolken und starker Wind angesagt, der Staub wirbelt und es hat deutlich abgekühlt auf 28 Grad

    21:21 26.04.21 | 1 comment | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Letzte Meldung aus dem Jemen: Die verflixte Religion

    Schlagen wir auf Wikipedia unter Weltreligion nach, findet sich eine klare Unterscheidung zwischen allen größeren Religionen und dem Christentum und Islam: die beiden Letztgenannten sind sogenannte missionarische Religionen. Zudem sind sie die Religionen mit den meisten Anhänger:innen: Christentum ca. 2,3 Mrd., Islam ca. 1,6 Mrd.. Der Islam entstand ca. 600 Jahre nach dem Christentum.
    Der missionarische Eifer ist v.a. im Islam ungebrochen, im Christentum spüren wir zumindest in Europa nicht mehr so viel davon.
    Ein weiterer Aspekt ist der Universalismus-Gedanke: der Glaube an den einzelnen Gott muss umfassend sein und Gesellschaft wie Staat zur Gänze durchdringen und umfassen.
    Zudem ist beiden Glaubensrichtungen eine ausgeprägte frauenfeindliche Ausrichtung gemein.
    Das erlebe ich gerade im Jemen:
    Das Leben der Gesellschaft wird durchdrungen von den Vorgaben des Islam. Jeden Tag schreien die Muezzine aus den verschiedenen Moscheen durch die Stadt. Im OP verschwinden die Männer zwischendurch zum Beten. Die Frauen sind komplett verschleiert, tragen also eine Niqab und eine Abaja. Da wir ja viel (und zwar viel mehr als wir denken) über die entsprechende Gesichts- und Körpersprache miteinander kommunizieren, ist diese also mit Frauen erheblich eingeschränkt. Verhütung jeglicher Form ist im Islam verboten, dafür dürfen die Männer bis zu vier Frauen haben. Da wird dann zwar (von den Männern) gerne erklärt, dass das natürlich viel Verantwortung bedeutet: alle Frauen müssten gleich behandelt werden, keine dürfe bevorzugt werden. Das Geld müsse unter allen Frauen gleich verteilt werden. Es bleibt aber natürlich chauvinistisch. Und die Intention ist auch klar: der Mann kann viel mehr Muslime mit vier Frauen zeugen, als umgekehrt. Die durchschnittliche Anzahl von Kindern pro Frau liegt dementsprechend im Jemen auch bei 5-7. Ich weiß, dass es auch feministische Strömungen im Islam gibt, aber bitte: das ist wie wenn bei uns die Katholikinnen unbedingt Priesterinnen werden wollen.
    Und dann darf ich noch den Ramadan mitmachen: eine komplette Umstellung der gesamten Lebensumstände hier: alle sind müde, die Arbeit geht erst um 10:00 morgens los, dafür sind in der Nacht alle wach. Und da stellt sich mir auch gleich die Frage nach Toleranz, die bei uns ja immer gerne ins Feld geführt wird (interessanterweise nur, wenn es um den „bürgerlichen“ Islam geht, ganz bestimmt nicht bei Flüchtlingen): Warum soll ich tolerant zu Menschen sein, die mir gegenüber keine Toleranz zeigen ? Warum darf ich zur Zeit in der Öffentlichkeit nicht essen und trinken ? Warum wird Homosexualität verteufelt ? Was ist am Islam denn tolerant mit den vielen strikten Vorgaben zum Beten und Fasten ? Im Gegenteil werde ich von Suren beschallt, das ist schon fast Gehirnwäsche – glücklicherweise verstehe ich kein arabisch...
    Nicht falsch verstehen: ich kenne den Unterschied zwischen der theoretischen Religionswissenschaft – damit meine ich die Interpretationmöglichkeiten der Schriften wie Bibel und Koran – und der praktischen Umsetzung schon. Allerdings zählt die praktische Umsetzung und nicht das, was ein paar Menschen sich vielleicht schlauerweise herausinterpretieren. Und mir ist das egal, ob jemand an Gott oder Allah oder an die 7 Zwerge glaubt, nur bitte: ich will damit in Ruhe gelassen werden und allgemeine Menschenrechte/Menschlichkeitsregeln dürfen nicht verletzt werden. Und beides trifft leider hier nicht zu.

    08:04 20.04.21 | 0 comments | org 3 | share
  • Borgcubus Gregor

    Und unser neuestes Problem, wer hätte es gedacht: Covid. Vor allem in den beiden großen Städten Sana'a und Aden gehen die Zahlen der Kranken hoch. An Testen ist immer noch nicht wirklich zu denken. Der Artikel unten ist ein wenig euphorisch: die kritischen Patient*innen (also beamtungspflichtigen) haben hier keine Chance. Das würde tatsächlich auch nicht im Verhältnis zum Aufwand stehen, muss ich sagen. Wichtiger wäre eine Etablierung der sicheren Sauerstoffanlieferung und nicht invasiver Beamtungstechniken (CPAP). Die WHO hat dafür aber allein nach Hudaydah mal schnell 8 Beatmungsgeräte und Intensivbetten geliefert. (Kein Generator für Strom, keine Wasserversorgung, kein Geld für Pflegepersonal). Die geneigte Leserin fragt sich....

    https://www.aljazeera.com/news/2021/3/27/msf-urges-aid-for-yemen-amid-covid-cases-dramatic-surge

    12:56 11.04.21 | 0 comments | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Motorradfahren ist ein ganz eigenes Thema für mich hier gerade: ca. 80% der Verletzungen, die wir behandeln, kommen davon. Warum, erklärt isch aus dem angehängten Bild von selbst. Ich bin ja auch kein Motoradliebhaber, ganz im Gegenteil, hier aber sind die Dinger wenigstens nicht so laut und schnell.....

    162 ad dahi
    18:47 10.04.21 | 3 comments | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Yemenitisches BIer, natürlich alkoholfrei

    Img 20210325 182904
    16:34 26.03.21 | 5 comments | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen, Asche auf mein Haupt. Hier Al Hudaydah arbeite ich einem kleinen Krankenhaus direkt an der Frontlinie. Vom Krieg merkt man hier zur Zeit nicht so viel, gekämpft wird nicht aktiv. Die Arbeit in der Traumachirurgie umfasst v.a. offen Verletzungen der Füße und der Unterschenkel, da hier alle in Schlappen und gerne zu dritt oder viert und ohne Licht Motorrad fahren. So habe ich habe mal mehr, mal weniger zu tun. Es ist natürlich anstrengend, weil ich ja schon lange keine Knochenchirurgie mehr betrieben habe und dann sind die Resourcen hier schon sehr knapp: also meine Handschuhgröße gab es genau einen Tag lang. Nun gut, geht alles. Tatsächlich sind alle andere Dinge wie in jedem Kankenhaus: manche arbeiten gut und sind engagiert, andere nicht. Die Menschen ähneln sich doch irgendwie, egal welcher Religion oder auch nicht sie angehören.
    Nicht gewöhnen kann ich mich an die hießige Unterdrückung der Frauen, und das geht jeden Tag an mich heran, weil alle Frauen komplett verschleiert und in schwarz herumlaufen (Nikab und Abaja).
    Zur politischen Situation: im Gegensatz zu dem Artikel in der Jungle World, den ich gestern gelesen habe, sehe ich den Einfluss des Iran hier als eher gering. Hingegen könnten die Saudis ohne westliche, v.a. USA und UK-Hilfe noch nicht einmal einen Flieger in die Luft bringen. nicht besonders.
    Es ist eher so, dass die Huthis hier gerne die Bevölkerung (aber v.a. auf dem Land) etwas terrorisieren: die Familien müssen in der Regel einen Sohn zum Militär geben. Wenn das nicht geschieht, dann wird schon auch mal jemand aus der Familie erschossen. Die Bevölkerung wird gerne und bewußt dumm gehalten. Dazu gehört auch die religiöse Radikalisierung, die bewußt geschürt wird.
    Bezüglich der Gruppen, die da gegeneinander kämpfen, kennen sich auch die Yemenis nicht mehr aus. Es gibt ja auch Al Quida und den Islamischen Staat hier, die jeweils ganz kleine Gebiete im Süden kontrollieren. Ansonsten gibt es v.a. im Süden unterschiedliche Gruppen, die mal miteinander, dann gegeneinander, mal mit den VAE, mal mit den Saudis kooperieren.
    Heute zum Beispiel war eine Demo in Aden, da haben die einfach mal den Präsidentenpalast gestürmt. recht einfach möglich: die VAE Soldaten standen draussen und waren verbündet mit den Demonstranten, haben sie also einfach reingelassen. Innen waren ein paar Suadi-Soldaten, die sich lieber nicht gewehrt haben. So ist das.
    Viel schlimmer aber ist die Geschichte aus Sana'a: viele Somalier*innen und Eriträer*innen versuchen über das Rote Meer und den Jemen nach Saudi Arabien zu kommen. Das ist ein Problem, und die Huthis wollen sie nicht und möglichst schnell wieder loswerden. Als die Raketen auf Sana'a gefallen sind, ist komischerweise auch eine Flüchtlingsunterkunft in Brand geraten. erst einige Tage später kam heraus, dass die Huthi-Wachen die Flüchtlinge angegriffen haben, die sich auch ein bisschen gewehrt haben, dann "geriet das Gebäude in Brand" und wahrscheinlich sind 100-300 Flüchtlinge verbrannt. V.a. haben die Huthis am Anfang so getan, als wäre das von der Bombardierung gekommen
    Also die Huthis sind schon Arschlöcher, keine Frage. Man darf aber auch nicht vergessen, dass 2/3 der Bevölkerung im Huthi-Gebiet lebt und letztlich die Huthis für diese Menschen die "Regierung", vielleicht besser die Verwaltung und Beherrscher darstellen.
    Ansonsten ist er hier in Al Hudaydah recht ruhig, die nächtlichen Granatwerfer-Abschüsse stören mich kaum mehr. Kriegsverletzte haben wir noch keine versorgt....
    Auch ganz nett, erfahren wir in Deutschland natürlich nicht:
    https://www.msn.com/en-za/news/other/mps-flay-denel-for-supplying-weapons-in-yemen-conflict/ar-BB1erToq?item=flights%3aprg-enterpriseblended-t%2c1s-ent-microsoft+

    16:25 16.03.21 | 0 comments | org 3 | share
  • Borgcubus Gregor

    Exorbitantly good looking gentleman !

    16:21 16.03.21 | 0 comments | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Und in den USA wirst Du im Auto auf dem Parkplatz geimpft.....
    Dafür schaffen die halt auch einige Hunderttausend pro Tag. In Hamburg hingegen bekommt nur die/der die Impfung, die einen Termin haben, also: der 82-Jährige mit Termin wird geimpft, seine ihn begleitende 81 Jährige hingegen wird beschimpft bei Nachfrage um gleichzeitige Impfung und muss einen eigenen Termin abwarten.

    10:53 08.03.21 | 1 comment | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Ach wie schön ! Was für eine Zeitung ist denn das ?

    12:59 04.03.21 | 1 comment | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Heute ist der letzte Tag der Quarantäne. Ich bin recht mürbe geworden. Zuhause in Quarantäne zu sein, ist einfacher, als in der Fremde. Wir sind momentan wieder zu dritt. Das Wetter wird immer besser, tagsüber 30 Grad, in der Sonne noch mehr. Nachts um die 15 Grad. Hier in der Stadt selbst merkt man nichts von Armut und Kampf. Aber soweit in den internationalen Medien nachlesbar, sind die Kämpfe um Ma’rib fürchterlich: mehrere Hundert Tote auf beiden Seiten in den letzten 10 Tagen. Am Samstag geht es weiter nach Al Hudaydah. Dann kann ich endlich das machen, weswegen ich hierher gefahren bin: meine medizinischen Kenntnisse an die hiesigen Ärzt*innen weitergeben und meine Arbeitskraft zur Verfügung stellen.

    06:33 24.02.21 | 1 comment | org 2 | share