• Borgcubus Gregor

    Und unser neuestes Problem, wer hätte es gedacht: Covid. Vor allem in den beiden großen Städten Sana'a und Aden gehen die Zahlen der Kranken hoch. An Testen ist immer noch nicht wirklich zu denken. Der Artikel unten ist ein wenig euphorisch: die kritischen Patient*innen (also beamtungspflichtigen) haben hier keine Chance. Das würde tatsächlich auch nicht im Verhältnis zum Aufwand stehen, muss ich sagen. Wichtiger wäre eine Etablierung der sicheren Sauerstoffanlieferung und nicht invasiver Beamtungstechniken (CPAP). Die WHO hat dafür aber allein nach Hudaydah mal schnell 8 Beatmungsgeräte und Intensivbetten geliefert. (Kein Generator für Strom, keine Wasserversorgung, kein Geld für Pflegepersonal). Die geneigte Leserin fragt sich....

    https://www.aljazeera.com/news/2021/3/27/msf-urges-aid-for-yemen-amid-covid-cases-dramatic-surge

    12:56 11.04.21 | 0 comments | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Motorradfahren ist ein ganz eigenes Thema für mich hier gerade: ca. 80% der Verletzungen, die wir behandeln, kommen davon. Warum, erklärt isch aus dem angehängten Bild von selbst. Ich bin ja auch kein Motoradliebhaber, ganz im Gegenteil, hier aber sind die Dinger wenigstens nicht so laut und schnell.....

    162 ad dahi
    18:47 10.04.21 | 3 comments | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Yemenitisches BIer, natürlich alkoholfrei

    Img 20210325 182904
    16:34 26.03.21 | 5 comments | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen, Asche auf mein Haupt. Hier Al Hudaydah arbeite ich einem kleinen Krankenhaus direkt an der Frontlinie. Vom Krieg merkt man hier zur Zeit nicht so viel, gekämpft wird nicht aktiv. Die Arbeit in der Traumachirurgie umfasst v.a. offen Verletzungen der Füße und der Unterschenkel, da hier alle in Schlappen und gerne zu dritt oder viert und ohne Licht Motorrad fahren. So habe ich habe mal mehr, mal weniger zu tun. Es ist natürlich anstrengend, weil ich ja schon lange keine Knochenchirurgie mehr betrieben habe und dann sind die Resourcen hier schon sehr knapp: also meine Handschuhgröße gab es genau einen Tag lang. Nun gut, geht alles. Tatsächlich sind alle andere Dinge wie in jedem Kankenhaus: manche arbeiten gut und sind engagiert, andere nicht. Die Menschen ähneln sich doch irgendwie, egal welcher Religion oder auch nicht sie angehören.
    Nicht gewöhnen kann ich mich an die hießige Unterdrückung der Frauen, und das geht jeden Tag an mich heran, weil alle Frauen komplett verschleiert und in schwarz herumlaufen (Nikab und Abaja).
    Zur politischen Situation: im Gegensatz zu dem Artikel in der Jungle World, den ich gestern gelesen habe, sehe ich den Einfluss des Iran hier als eher gering. Hingegen könnten die Saudis ohne westliche, v.a. USA und UK-Hilfe noch nicht einmal einen Flieger in die Luft bringen. nicht besonders.
    Es ist eher so, dass die Huthis hier gerne die Bevölkerung (aber v.a. auf dem Land) etwas terrorisieren: die Familien müssen in der Regel einen Sohn zum Militär geben. Wenn das nicht geschieht, dann wird schon auch mal jemand aus der Familie erschossen. Die Bevölkerung wird gerne und bewußt dumm gehalten. Dazu gehört auch die religiöse Radikalisierung, die bewußt geschürt wird.
    Bezüglich der Gruppen, die da gegeneinander kämpfen, kennen sich auch die Yemenis nicht mehr aus. Es gibt ja auch Al Quida und den Islamischen Staat hier, die jeweils ganz kleine Gebiete im Süden kontrollieren. Ansonsten gibt es v.a. im Süden unterschiedliche Gruppen, die mal miteinander, dann gegeneinander, mal mit den VAE, mal mit den Saudis kooperieren.
    Heute zum Beispiel war eine Demo in Aden, da haben die einfach mal den Präsidentenpalast gestürmt. recht einfach möglich: die VAE Soldaten standen draussen und waren verbündet mit den Demonstranten, haben sie also einfach reingelassen. Innen waren ein paar Suadi-Soldaten, die sich lieber nicht gewehrt haben. So ist das.
    Viel schlimmer aber ist die Geschichte aus Sana'a: viele Somalier*innen und Eriträer*innen versuchen über das Rote Meer und den Jemen nach Saudi Arabien zu kommen. Das ist ein Problem, und die Huthis wollen sie nicht und möglichst schnell wieder loswerden. Als die Raketen auf Sana'a gefallen sind, ist komischerweise auch eine Flüchtlingsunterkunft in Brand geraten. erst einige Tage später kam heraus, dass die Huthi-Wachen die Flüchtlinge angegriffen haben, die sich auch ein bisschen gewehrt haben, dann "geriet das Gebäude in Brand" und wahrscheinlich sind 100-300 Flüchtlinge verbrannt. V.a. haben die Huthis am Anfang so getan, als wäre das von der Bombardierung gekommen
    Also die Huthis sind schon Arschlöcher, keine Frage. Man darf aber auch nicht vergessen, dass 2/3 der Bevölkerung im Huthi-Gebiet lebt und letztlich die Huthis für diese Menschen die "Regierung", vielleicht besser die Verwaltung und Beherrscher darstellen.
    Ansonsten ist er hier in Al Hudaydah recht ruhig, die nächtlichen Granatwerfer-Abschüsse stören mich kaum mehr. Kriegsverletzte haben wir noch keine versorgt....
    Auch ganz nett, erfahren wir in Deutschland natürlich nicht:
    https://www.msn.com/en-za/news/other/mps-flay-denel-for-supplying-weapons-in-yemen-conflict/ar-BB1erToq?item=flights%3aprg-enterpriseblended-t%2c1s-ent-microsoft+

    16:25 16.03.21 | 0 comments | org 3 | share
  • Borgcubus Gregor

    Exorbitantly good looking gentleman !

    16:21 16.03.21 | 0 comments | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Und in den USA wirst Du im Auto auf dem Parkplatz geimpft.....
    Dafür schaffen die halt auch einige Hunderttausend pro Tag. In Hamburg hingegen bekommt nur die/der die Impfung, die einen Termin haben, also: der 82-Jährige mit Termin wird geimpft, seine ihn begleitende 81 Jährige hingegen wird beschimpft bei Nachfrage um gleichzeitige Impfung und muss einen eigenen Termin abwarten.

    10:53 08.03.21 | 1 comment | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Ach wie schön ! Was für eine Zeitung ist denn das ?

    12:59 04.03.21 | 1 comment | org 1 | share
  • Borgcubus Gregor

    Heute ist der letzte Tag der Quarantäne. Ich bin recht mürbe geworden. Zuhause in Quarantäne zu sein, ist einfacher, als in der Fremde. Wir sind momentan wieder zu dritt. Das Wetter wird immer besser, tagsüber 30 Grad, in der Sonne noch mehr. Nachts um die 15 Grad. Hier in der Stadt selbst merkt man nichts von Armut und Kampf. Aber soweit in den internationalen Medien nachlesbar, sind die Kämpfe um Ma’rib fürchterlich: mehrere Hundert Tote auf beiden Seiten in den letzten 10 Tagen. Am Samstag geht es weiter nach Al Hudaydah. Dann kann ich endlich das machen, weswegen ich hierher gefahren bin: meine medizinischen Kenntnisse an die hiesigen Ärzt*innen weitergeben und meine Arbeitskraft zur Verfügung stellen.

    06:33 24.02.21 | 1 comment | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    Sanaa, die Hauptstadt des Jemen, liegt auf 2500 m. Das ist wie an manchen Stellen in Österreich im Hochsommer: morgens und nachts noch ein wenig frisch mit 15 Grad, tagsüber brennt die Höhensonne auf meine Glatze mit gerne auch 35 Grad. Ein Glück haben wir hier im Quarantänestockwerk eine Terrasse mit Tischtennisplatte. Leider kommen nur selten Leute zu Besuch. Im Prinzip ist es so organisiert, dass wir unser Essen hochgebracht bekommen, hier oben aber bis auf wenige meetings alleine sind. Wir dürfen in das 4. Stockwerk heruntergehen, weil da der Gymnastikraum ist, müssen dann aber auch Mundschutz tragen. Ich halte uns hier ober sowieso für am wenigsten gefährdet, weil wir alle hergeflogen sind und dadurch schon mindestens zwei negative Teste haben (Am Abflugort und in Djibouti). Auch unsere Körpertemperatur müssen wir zweimal pro Tag messen. Die erste Woche habe ich schon, geknallt haben bisher glücklicherweise nur die Feuerwerke, dafür fast täglich eins. Zur Zeit liegt der Kampfschwerpunkt eher im Westen von Sanaa, in der Region um Ma’rib. Hier wird gerade das achte Weltwunder, der Staudamm von Ma’rib ausgegraben. Das sind zwar alte Kamellen, aber trotzdem beeindruckend, wie im Reich der Königin von Saba bereits Wasser gestaut und Agrarwirtschaft betrieben wurde.

    38 sanaa
    06:16 19.02.21 | 2 comments | org 2 | share
  • Borgcubus Gregor

    So, ich weiß gar nicht genau, wen das alles erreicht, ansonsten muss Du, Jens akitv werden.
    Du wolltest ja gerne erste Impression aus dem Jemen (englisch Yemen).
    Ich bin das erste mal in Arabien, das erste Mal so richtig in einem armen Land, das erste Mal in einem Land mit Low intensity conflict und das erste Mal mit MSF (Ärzte ohne Grenzen) unterwegs.
    Das ist insofern eine interessante Erfahrung, weil die Huthi-Rebellen in ihrem Nordteil zunächst einmal eine zweiwöchige Quarantäne für alle Helfer*innen eingerichtet haben - in der sitze ich gerade.
    Aufgrund der Sicherheitslage und der Quarantäne-Situation habe ich auch keine wirklichen Kommunikationsmöglichkeiten mit der Bevölkerung. Aber ein bisschen was kann ich schon berichten, was bei uns überhaupt nicht ankommt.
    Heute dies: Biden wurde ja ganz groß gefeiert, dass er die Einstufung der Huthi-Rebellen als "terroristisch" wieder zurückgenommen hat. Was unterging: Trump hatte diese Einstufung auch erst im Dezember veranlasst. Wirtschaftlich und Konflikt-bezogen hat diese EInstufung überhaupt keinen direkten Einfluss. Der einzige Einfluss - nicht zu unterschätzen, aber wesentlich geringer als kolportiert - ist der auf NGO´s mit finanzieller Unterstützung oder Abhängigkeit aus den USA: Diese durften nicht mehr aktiv sein und haben demensprechend jetzt Probleme, im Jahr 2021 noch Gelder locker zu machen. Lebensmittellieferungen u.ä. werden durch die Rücknahme allerdings nicht mehr ankommen.

    16:28 15.02.21 | 1 comment | org 2 | share